Erdbeben in der Eifel: Auswirkungen auf die Talsperren?

In den ersten Wochen des Jahres 2021 kam es in der Eifel gehäuft zu kleineren Erdbeben mit Werten von 2 bis maximal 2,7 auf der Richterskala. Einige Anfragen erreichten den Verband: Wie sieht es aus mit der Sicherheit unseres Talsperren-Systems im Erdbebenfall? Hier können wir ganz klar Entwarnung geben:  Erdbeben in dieser Größenordnung treten weltweit bis zu 1.500-mal pro Tag auf, sind fast nicht spürbar und für die Eifeltalsperren absolut kein Problem.  

Die Sicherheit der Talsperren ist für Erdbebenereignisse nachzuweisen, die im Hinblick auf ihre Intensität einmal alle 2.500 Jahre auftreten können.  Erdbeben dieser Größenordnung erreichen Werte von 6,5-7 auf der Richterskala. Zum Vergleich: Das schwere Erdbeben aus dem Jahr 1992 mit Zentrum bei Roermond und einem Wert auf der Richterskala von 5,9 auf der Richterskala hatte keinen Effekt auf die Talsperren.

Zudem sind mögliche Erbeben in der Eifel in ihrer Heftigkeit begrenzt: Dort finden nicht solch massive Plattenverschiebungen statt wie in Bereichen, in denen tektonische Platten aufeinanderstoßen, wie z.B. in St. Francisco. Ein verheerendes Erdbeben im Jahr 1906 erreichte dort einen Wert von 8,4 auf der Richterskala.  

Erdbeben werden dann zum Problem, wenn ihre Frequenz in der Größenordnung des Eigenschwingverhaltens (Eigenfrequenz) von Bauwerken liegt. Die Schwingungen am Gebäude schaukeln sich dann immer weiter auf (Resonanz) und es kann zu Bauwerksschäden kommen. Bauform, Massen- und Steifigkeitsverteilung eines Bauwerks spielen dabei ebenfalls eine wichtige Rolle. In Bezug auf diese Größen liegen bei Talsperren – im Vergleich zum üblichen Hochbau – eher günstige Verhältnisse vor.

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Urfttalsperre
Staumauer der Urfttalsperre

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